THEATERSTÜCKE
 
Die Träume von Schale und Kern
Wintertheater 2002
Die Träume von Schale und Kern, oder Müller, Kohlenbrenner und Sesselträger ist ein Zauberspiel mit Gesang in 3 Akten, die Erstaufführung bei den Salzburger Festspielen war im Jahre 1952 eine bearbeitete Fassung.

Gertrud, Margreth und Sandl wollen am nächsten Tag Roth, Weiß und Schwarz heiraten, doch wird ihre Freude durch ihre Bräutigame getrübt. Diese sind nicht mehr die Jüngsten und benehmen sich nicht sehr zuvorkommend, sondern vernachlässigen ihre Bräute seit geraumer Zeit immer mehr. Die Bräute bedauern, nicht vor 300 Jahren gelebt zu haben, wo in solchen Fällen die Geister zu Hilfe eilten. In diesem Augenblick erscheint Rübezahl, als Quacksalber Miraculus verkleidet, und bietet seine Dienste an, doch die Bräute lehnen ab. Roth hat eine Erbschaft gemacht und will seine Arbeit als Sesselträger an den Nagel hängen. Er wäre nun völlig frei, bis auf sein Eheversprechen. Weiß möchte nicht mehr heiraten, weil er mittlerweile ein anderes Verhältnis hat. Schwarz trifft auf seine Freunde im Wirtshaus, als er gerade auf der Flucht vor seinen Gläubigern dort vorbeikommt. Von seiner Hochzeit erwartet Schwarz lediglich die Begleichung seiner Schulden. Alle drei fühlen sich in der Falle und wollen sich dafür an ihren Bräuten durch Launen, Geringschätzung und Grobheit rächen. Der als Doktor erscheinende Rübezahl hört sich die Klagen der drei Männer an: Sie seien einmal in ihre Bräute verliebt gewesen und hätten damals Eheverträge und Reuegelder vereinbart. Doch nun erschiene ihnen das Leben als verheiratete Männer zu langweilig. Von Rübezahl gefragt, was ihr Leben bestimmen sollte, nennen sie: Geld, romantische Liebe und Künstlerruhm. Rübezahl gibt zu bedenken, dass alle diese Dinge nur eine reizende Schale, aber einen bitteren Kern hätten. Doch davon wollen die Männer nichts hören. Rübezahl will ihnen ihre Wünsche im Traum erfüllen und versetzt sie dazu in einen tiefen Schlaf. Alles Weitere spielt sich in den Träumen der drei Männer ab. Schwarz, Weiß und Roth sind Handlungskompagnons. Durch eine Erbschaft werden sie Millionäre. Sofort beginnen sie das Geld auszugeben und veranstalten ein großes Fest. Schwarz glaubt, dass sich nun alle Töchter ihrer reichen Bekannten in ihn verlieben. Weiß plant, sich sofort Kutschen, Landhäuser und einen französischen Koch zu besorgen. Um ihnen nicht nur die schöne Schale, sondern auch den bitteren Kern des Reichtums zu zeigen, lässt Rübezahl die Zeit um ein Jahr vorrücken. Roth hat so große Angst, dass Räuber ihm sein Vermögen stehlen könnten, sodass er allen Menschen, sogar seinem Freund Schwarz, misstraut. Schwarz ist verzweifelt: Trotz seines Geldes sieht ihn keine Frau an, weil er alt und hässlich ist. Weiß ist launisch und schikaniert die Bediensteten, weil ihm nichts mehr Freude macht. Alle drei beschließen, ihrem unglücklichen Leben ein Ende zu machen, und erschießen sich. Damit ist der erste Traum vom Reichtum ausgeträumt.
Rübezahl schickt den drei Schläfern als zweiten Traum den Traum von der romanhaften Liebe. In diesem Traum erscheint Weiß als Abelard, Schwarz als Siegwart und Roth als Herfort. Abelard, Siegwart und Herfort kehren nach 12 Jahren, die sie mit ihrer Schulausbildung verbracht haben, nach Hause zurück. Sie sollen nach dem Willen des Vaters Therese, Charlotte und Josephine heiraten, die Töchter von Herrn von Waldbaum. Der Vater weiß nicht, dass alle drei bereits Bräute gefunden haben, die sie glühend lieben: die drei Schwester Heloise, Marianne und Klärchen Herfort erzählt Klärchen von den Plänen seines Vaters, so beschließen alle sechs sich umzubringen. Im letzten Augenblick kommen die Eltern der Sechs. Die Mutter der Mädchen stellt sich als reiche Pächterin Marthe vor, und die Kinder erhalten den Segen ihrer Eltern. Um ihnen nicht nur die schöne Schale, sondern auch den bitteren Kern der romanhaften Liebe zu zeigen, lässt Rübezahl die Zeit um fünf Jahre vorrücken. Abelard, Herfort und Siegwart, der sich seit seiner Hochzeit betrinkt, wollen sich scheiden lassen, weil es in ihren Ehen nur Zank, Streit und Schläge gibt. Beide können ihre frühere Liebe nun nicht mehr verstehen. Alle sechs haben den Notar zum Scheidungstermin bestellt. Die Frauen erscheinen mit drei Marquis, die Partei für sie ergreifen, da sie gedenken, ebenso wie die Männer, das jeweilige Vermögen für sich zu beanspruchen, ohne die Scheidungen vollzogen zu haben, verlässt der Notar den ausgebrochenen Tumult. Marquis Pomade hat für die Frauen Wechsel auf die Namen ihrer Männer gefälscht. Um den Gläubigern zu entkommen, beschließen die Frauen, mit dem verbliebenen Geld und Schmuck zu fliehen. Das Vorhaben gelingt, zuspät entdecken die Männer die Flucht der Frauen und sehen sich zugleich mit den Forderungen der Gläubiger konfrontiert. Alle drei landen im Arrest.
Hiermit endet der Traum von der romanhaften Liebe, und Rübezahl schickt den Schläfern als drittes den Traum vom Künstlertum. In diesem Traum erscheint Weiß als Dichter Schwan, Schwarz als Sänger Nero und Roth als Kapellmeister Steinröthel. Die drei Künstler feiern großartige Erfolge. Insbesondere Nero hat junge und reiche Verehrerinnen. Alle leben in Saus und Braus. Um ihnen nicht nur die schöne Schale, sondern auch den bitteren Kern des Künstlertums zu zeigen, lässt Rübezahl die Zeit um viele Jahre vorrücken. Steinröthel kopiert nur noch Noten, Schwan schreibt Gelegenheitsgedichte, und Nero gibt Gesangsunterricht. Sie sind völlig verarmt, können die Miete nicht bezahlen und leiden Hunger. Alle drei sterben. Der Vermieter plündert ihre letzten Habseligkeiten. Als Tote gelangen sie jedoch wieder zu Berühmtheit und müssen als Geister mit ansehen, wie reiche Leute viel Geld für ihre Hinterlassenschaften bezahlen. Es erfolgt eine Verwandlung der Szene. Gertrud, Margreth und Sandl sorgen sich bereits über das Ausbleiben ihrer Bräutigame. Rübezahl zeigt ihnen die Schlafenden. Er gibt sich zu erkennen und versichert, dass die drei von ihren Wünschen geheilt seien. Während Rübezahl verschwindet, erwachen die Männer und schließen glücklich ihre Bräute in die Arme.
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26. Dezember '03
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